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Optionen
Einstieg
14.03.2024

Grundlagen und Strategien des Optionshandels: Optionen für Beginner

Dieser Artikel gibt den Einstieg in den Optionshandel und einen Überblick über Optionsstrategien, die für Anleger zum Risikomanagement und zur Spekulation genutzt werden können. Erklärt werden auch die Kernkomponenten wie Ausübungspreis, Verfallsdatum und Prämienberechnung.

Lesezeit:
10
Minuten
Keywords:
Optionsmarkt Grundlagen | Optionen Strategie | Call und Put Optionen| Risikomanagement | Optionsanalyse

Einleitung: Die Grundlagen von Optionen

Im Kern handelt es sich bei einer Option um einen Vertrag, der dem Käufer das Recht, aber nicht die Verpflichtung gibt, einen zugrunde liegenden Vermögenswert (wie Aktien, Indizes oder Rohstoffe) zu einem vorher festgelegten Preis (dem Ausübungspreis) bis zu einem bestimmten Datum (dem Verfallsdatum) zu kaufen oder zu verkaufen.

Calls und Puts: Die beiden Seiten der Optionswelt

Es gibt zwei Haupttypen von Optionen: Calls und Puts. Eine Kaufoption (Call) gibt dem Käufer das Recht, den Basiswert zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn der Preis des Basiswerts steigt, da der Käufer die Option ausüben und den Vermögenswert zu einem niedrigeren Preis erwerben kann. Auf der anderen Seite gibt eine Verkaufsoption (Put) dem Käufer das Recht, den Basiswert zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Dies kann nützlich sein, wenn der Preis des Basiswerts fällt, da der Verkäufer die Option ausüben und den Vermögenswert zu einem höheren Preis verkaufen kann.

Die Rolle von Optionen im Finanzmarkt

Optionen spielen eine zentrale Rolle im Finanzmarkt, indem sie den Handel mit Risiken ermöglichen. Sie bieten Investoren Schutz vor Preisschwankungen, ohne dass sie den zugrunde liegenden Vermögenswert direkt besitzen müssen. Dies ermöglicht eine effiziente Risikomanagementstrategie, insbesondere für Portfolioinhaber, die ihre Investitionen gegen mögliche Marktrückschläge absichern möchten.

Darüber hinaus ermöglichen Optionen spekulative Strategien, die darauf abzielen, von der Volatilität des Marktes zu profitieren, ohne erhebliche Kapitalmengen zu binden. Da der Kauf einer Option nur einen Bruchteil des Preises des zugrunde liegenden Vermögenswerts kostet (bekannt als die Optionsprämie), können Investoren von Preisbewegungen profitieren, während sie ihr Risiko auf die gezahlte Prämie beschränken.

1. Der Mechanismus von Optionen

Der Mechanismus von Optionen beruht auf einem Vertragsverhältnis, das dem Käufer spezielle Rechte bezüglich eines Basiswerts gewährt. Diese Rechte sind an Bedingungen geknüpft, die durch die Kernkomponenten des Optionsvertrags – den Ausübungspreis, das Verfallsdatum und die Prämie – definiert werden.

Ausübungspreis (Strike Price)

Der Ausübungspreis ist der im Voraus festgelegte Preis, zu dem der Käufer einer Call-Option berechtigt ist, den Basiswert zu kaufen, oder zu dem der Käufer einer Put-Option berechtigt ist, den Basiswert zu verkaufen. Der Ausübungspreis ist ein zentraler Faktor bei der Bestimmung des Werts einer Option und beeinflusst direkt die Prämie, die für die Option bezahlt wird. Ein Call wird tendenziell wertvoller, je niedriger der Ausübungspreis im Vergleich zum aktuellen Marktpreis des Basiswerts ist, während ein Put wertvoller wird, je höher der Ausübungspreis über dem Marktpreis liegt.

Verfallsdatum

Jede Option hat ein Verfallsdatum, das angibt, bis wann die Option ausgeübt werden kann. Nach diesem Datum verliert die Option ihren Wert, und der Käufer verliert das Recht, den Basiswert zu kaufen oder zu verkaufen. Das Verfallsdatum ist entscheidend für die Bewertung einer Option, da es den Zeitrahmen bestimmt, innerhalb dessen die erwarteten Marktbewegungen eintreten müssen, damit die Option profitabel ist. Je länger die Laufzeit bis zum Verfall, desto höher ist die Prämie, da eine längere Laufzeit der Option mehr Zeit gibt, um wertvoll zu werden.

Prämie

Die Prämie ist der Preis, den der Käufer der Option an den Verkäufer zahlt, um das Recht (nicht die Verpflichtung) zu erwerben, den Basiswert zu den vereinbarten Bedingungen zu kaufen oder zu verkaufen. Die Höhe der Prämie wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, darunter die Volatilität des Basiswerts, die Laufzeit der Option bis zum Verfall, der Ausübungspreis im Vergleich zum aktuellen Marktpreis und das allgemeine Zinsniveau. Volatilität ist ein Maß für die erwarteten Schwankungen des Basiswerts und erhöht generell den Wert von Optionen, da größere Schwankungen die Chance erhöhen, dass die Option ins Geld kommt.

Optionen im Handel

Im Handel können Optionen auf zwei Arten genutzt werden: durch Ausübung oder durch den Verkauf der Option vor dem Verfallsdatum. Die Ausübung bedeutet, dass der Käufer seine Rechte gemäß dem Optionsvertrag nutzt, während der Verkauf der Option es dem Inhaber ermöglicht, von Veränderungen des Optionspreises zu profitieren, ohne den Basiswert tatsächlich zu kaufen oder zu verkaufen.

Zusammenfassend ist der Mechanismus von Optionen durch diese Kernkomponenten gekennzeichnet, die eine flexible Anlagestrategie ermöglichen, indem sie den Handel mit Rechten auf Basiswerte erleichtern, ohne eine direkte Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf einzugehen. Dies bietet Tradern und Investoren vielfältige Möglichkeiten, von ihren Markterwartungen zu profitieren oder bestehende Positionen abzusichern.

Beispiel für eine Call-Option auf Apple Aktien:

Annahme: Der aktuelle Preis für eine Aktie von Apple beträgt $150. Ein Investor erwartet, dass der Preis in den nächsten drei Monaten steigen wird.

  • Anfangs: Der Investor kauft eine Call-Option auf Apple-Aktien mit einem Ausübungspreis von $160 und einem Verfallsdatum in drei Monaten. Der Käufer zahlt eine Optionsprämie von $5 pro Aktie, insgesamt also $500 für 100 Aktien (eine Standardoptionskontraktgröße).
  • Zwischendurch (Verkauf vor Ablauf): Nach einem Monat hat sich der Preis für Apple-Aktien tatsächlich auf $170 erhöht. Der Käufer entscheidet sich, die Option vor dem Verfallsdatum zu verkaufen. Der Optionspreis ist aufgrund des gestiegenen Aktienkurses gestiegen, und der Käufer verkauft die Option für $10 pro Aktie, insgesamt also $1000 für 100 Aktien. Der Käufer erhält einen Gewinn von $500 ($1000 Verkaufspreis - $500 Optionsprämie).
  • Bei Ablauf: Wenn der Preis für Apple-Aktien bei Ablauf der Option über $160 liegt, wird die Option automatisch ausgeübt. Der Käufer kauft die Aktien zum Ausübungspreis von $160 pro Aktie, obwohl der Marktpreis höher ist. Der Verkäufer der Option muss die Aktien zum Ausübungspreis verkaufen, obwohl der Marktpreis höher liegt. Der Käufer zahlt also insgesamt $16.000 ($160 Ausübungspreis x 100 Aktien) für die Aktien, während der Verkäufer $15.000 ($170 Marktpreis x 100 Aktien) erhält. Der Verkäufer erhält weiterhin die Optionsprämie von $500, sodass der Gesamtertrag $15.500 beträgt.

Beispiel für eine Put-Option auf Apple Aktien:

Annahme: Der aktuelle Preis für eine Aktie von Apple beträgt $150. Ein Investor erwartet, dass der Preis in den nächsten drei Monaten fallen wird.

  • Anfangs: Der Investor kauft eine Put-Option auf Apple-Aktien mit einem Ausübungspreis von $140 und einem Verfallsdatum in drei Monaten. Der Käufer zahlt eine Optionsprämie von $7 pro Aktie, insgesamt also $700 für 100 Aktien (eine Standardoptionskontraktgröße).
  • Zwischendurch (Verkauf vor Ablauf): Nach einem Monat ist der Preis für Apple-Aktien tatsächlich auf $130 gefallen. Der Käufer entscheidet sich, die Option vor dem Verfallsdatum zu verkaufen. Der Optionspreis ist aufgrund des gefallenen Aktienkurses gestiegen, und der Käufer verkauft die Option für $12 pro Aktie, insgesamt also $1200 für 100 Aktien. Der Käufer erhält einen Gewinn von $500 ($1200 Verkaufspreis - $700 Optionsprämie).
  • Bei Ablauf: Wenn der Preis für Apple-Aktien bei Ablauf der Option unter $140 liegt, wird die Option automatisch ausgeübt. Der Käufer verkauft die Aktien zum Ausübungspreis von $140 pro Aktie, obwohl der Marktpreis niedriger ist. Der Verkäufer der Option muss die Aktien zum Ausübungspreis kaufen, obwohl der Marktpreis niedriger liegt. Der Käufer erhält also insgesamt $14.000 ($140 Ausübungspreis x 100 Aktien) für die Aktien, während der Verkäufer $13.000 ($130 Marktpreis x 100 Aktien) erhält. Der Verkäufer erhält weiterhin die Optionsprämie von $700, sodass der Gesamtertrag $13.700 beträgt.

2. Warum in Optionen investieren? Eine detaillierte Betrachtung

Optionen bieten vielfältige Möglichkeiten. Durch ihre besondere Struktur können Optionen für Spekulation, Hedging und Einkommensgenerierung eingesetzt werden, wobei sie jeweils spezifische Vorteile gegenüber direkten Investitionen in den Basiswert bieten.

Spekulation mit Optionen

Optionen ermöglichen es Tradern, von erwarteten Preisbewegungen eines Basiswerts zu profitieren, ohne diesen direkt zu kaufen oder zu verkaufen. Dies wird durch die Hebelwirkung von Optionen ermöglicht, die es Investoren erlaubt, eine Position in einem Basiswert mit einem Bruchteil des Kapitals einzunehmen, das für den direkten Kauf notwendig wäre. Wenn ein Trader beispielsweise eine starke Preissteigerung bei einer Aktie erwartet, könnte er Call-Optionen kaufen. Steigt der Preis der Aktie über den Ausübungspreis hinaus, kann der Investor die Option zu einem deutlich höheren Wert verkaufen oder ausüben. Die maximale Verlustmöglichkeit beschränkt sich dabei auf die gezahlte Prämie, was ein klar definiertes Risiko darstellt.

Hedging mit Optionen (Absicherung)

Optionen bieten eine effektive Möglichkeit, ein Portfolio gegen unerwünschte Preisbewegungen abzusichern. Durch den Kauf von Put-Optionen kann ein Investor beispielsweise ein Absicherungsniveau unter dem aktuellen Marktpreis seiner Aktienpositionen festlegen. Sollten die Aktienkurse fallen, steigen die Werte der Put-Optionen, was Verluste aus den Aktienpositionen kompensiert. Dies ermöglicht eine gezielte Risikokontrolle, da der Investor vorab weiß, wie viel die Absicherung kostet – nämlich die Prämie der Put-Optionen.

Einkommensgenerierung mit Optionen

Eine beliebte Strategie zur Einkommensgenerierung ist der Verkauf (Schreiben) von Covered Calls auf gehaltene Aktienpositionen. Bei dieser Strategie verkauft der Investor Call-Optionen auf Aktien, die er bereits besitzt, und erhält dafür die Optionsprämie. Wenn die Aktienkurse unter dem Ausübungspreis der Optionen bleiben, kann der Investor die Prämie als zusätzliches Einkommen behalten. Diese Strategie eignet sich besonders in seitwärts oder leicht steigenden Märkten, da sie das Potenzial bietet, die Rendite auf bestehende Aktienpositionen zu erhöhen.

Risikomanagement und Diversifikation mit Optionen

Neben den genannten Strategien bieten Optionen weitere Möglichkeiten zur Risikosteuerung und Portfolio-Diversifikation. Durch den Einsatz verschiedener Optionsstrategien können Investoren ihre Marktmeinung präzise umsetzen und das Risiko-Ertrags-Profil ihres Portfolios optimieren. Optionen erlauben es, auf unterschiedliche Marktszenarien zu reagieren und sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen zu profitieren.

3. Risiken und Chancen von Optionen im Detail

Optionen bieten beträchtliche Chancen aber auch Risiken. Ein gutes Verständnis für die Funktionsweise von Optionen ist daher entscheidend, um erfolgreich mit Optionen zu handeln.

Volatilität von Optionen

Die Volatilität des Basiswerts ist ein zweischneidiges Schwert für Optionshändler. Einerseits kann eine hohe Volatilität die Prämien von Optionen erhöhen, da die Wahrscheinlichkeit größerer Preisbewegungen steigt. Dies kann speziell für Optionsschreiber (Verkäufer von Optionen) vorteilhaft sein, da sie höhere Prämien für das Übernehmen des Risikos und somit für den Verkauf der Option erhalten. Andererseits macht erhöhte Volatilität den Markt unberechenbarer, was das Risiko vergrößert, dass sich die Marktbewegung gegen die eigene Position wendet. Für Käufer von Optionen kann eine unerwartete Abnahme der Volatilität bedeuten, dass ihre Optionen an Wert verlieren, selbst wenn der Basiswert sich in die erwartete Richtung bewegt.

Zeitwertverlust von Optionen (Theta)

Eine der grundlegenden Eigenschaften von Optionen ist, dass sie mit der Zeit an Wert verlieren – ein Phänomen, das als Zeitwertverlust oder Theta bekannt ist. Dies bedeutet, dass alle anderen Faktoren gleichbleibend, der Wert einer Option täglich abnimmt, je näher sie ihrem Verfallsdatum kommt. Dieser Effekt wird besonders in den letzten Wochen vor dem Verfall stark beschleunigt. Investoren müssen diesen Faktor in ihre Handelsstrategien einbeziehen, da er besonders für langfristige Optionshalter relevant ist.

Kapitalverlust von Optionen

Obwohl der maximale Verlust beim Kauf von Optionen theoretisch auf die gezahlte Prämie beschränkt ist, stellt dies immer noch ein Risiko des totalen Kapitalverlusts dar, sollte die Option wertlos verfallen. Für Verkäufer von Optionen (besonders ungedeckte Calls oder Puts) kann das Risiko jedoch viel größer sein und potenziell unbegrenzte Verluste umfassen, falls der Markt stark gegen ihre Position läuft.

Risikomanagement im Optionshandel

Effektives Risikomanagement ist essentiell im Optionshandel. Dazu gehört die Verwendung von Stop-Loss-Orders, die Diversifikation von Optionsstrategien und das kontinuierliche Überwachen der offenen Positionen. Investoren sollten auch immer die Gesamtexposition ihres Portfolios im Auge behalten, um sicherzustellen, dass dieses nicht übermäßig durch eine einzelne Position oder Strategie gefährdet wird.

Die Chancen nutzen

Trotz der Risiken bieten Optionen einzigartige Chancen. Sie ermöglichen es Tradern, von nahezu jedem Marktszenario zu profitieren, sei es in bullischen, bärischen oder seitwärts tendierenden Märkten. Die Fähigkeit, das Risiko genau zu definieren und zu kontrollieren, macht Optionen zu einem wertvollen Instrument für viele Investoren.

4. Optionen in der Praxis

Optionen bieten flexible Strategien, die Investoren an ihre Ziele, Marktansichten und Risikotoleranzen anpassen können. Vier grundlegende Strategien - Covered Calls, Protective Puts, Cash Covered Puts und Spreads - illustrieren, wie Optionen in der Praxis eingesetzt werden können.

Covered Calls

Covered Calls eignen sich für Investoren, die eine Aktie besitzen und zusätzliches Einkommen erzielen möchten, ohne das Risiko eines direkten Aktienverkaufs. Bei dieser Strategie verkauft der Investor Call-Optionen auf eine Aktie, die er bereits besitzt. Solange der Aktienkurs unter dem Ausübungspreis der Optionen bleibt, behält der Investor die Aktien und die eingenommene Prämie. Steigt der Aktienkurs jedoch über den Ausübungspreis, kann der Investor zur Lieferung der Aktien verpflichtet werden, sichert sich aber dennoch einen Gewinn aus dem Verkauf der Calls sowie eventuellen Kursgewinnen bis zum Ausübungspreis.

Protective Puts

Protective Puts dienen als Versicherung für Investoren, die Aktien besitzen und sich gegen potenzielle Kursverluste absichern möchten. Durch den Kauf von Put-Optionen für die eigenen Aktien setzt der Investor ein Sicherheitsnetz unter den Wert seines Portfolios. Falls der Aktienkurs fällt, steigt der Wert der Put-Option, wodurch Verluste ausgeglichen werden können. Diese Strategie ermöglicht es dem Investor, an potenziellen Kursgewinnen teilzuhaben, während das Risiko nach unten begrenzt wird.

Cash Covered Puts

Eine weitere Strategie, um von Optionsprämien zu profitieren, ist der Verkauf eines Cash Covered Puts. Diese Strategie eignet sich für Investoren, die bereit sind, eine bestimmte Aktie zu einem bestimmten Preis zu kaufen, solange diese über einem von ihnen festgelegten "fairen Preis" liegt. Bei einem Cash Covered Put verkauft der Investor eine Put-Option auf die Aktie, für die er genug Barmittel besitzt, um den Kauf zum Ausübungspreis zu finanzieren, falls erforderlich. Solange der Aktienkurs über dem Ausübungspreis bleibt, behält der Investor die eingenommene Prämie als zusätzliches Einkommen. Sollte die Aktie jedoch unter den Ausübungspreis fallen, kann der Investor zur Abnahme der Aktie zum festgelegten Preis verpflichtet werden. Diese Strategie ermöglicht es dem Investor, Prämien einzunehmen, solange die Aktie über seinem als fair erachteten Preis liegt, und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, die Aktie zu einem attraktiven Preis zu erwerben, falls der Kurs fällt.

Spreads

Spreads sind fortgeschrittene Optionsstrategien, die das Kaufen und Verkaufen von Optionen mit unterschiedlichen Ausübungspreisen oder Verfallsdaten kombinieren. Sie werden eingesetzt, um von erwarteten Bewegungen des Basiswerts zu profitieren, während gleichzeitig das Risiko kontrolliert wird. Ein Beispiel ist der Bull Call Spread, bei dem ein Investor eine Call-Option mit niedrigerem Ausübungspreis kauft und gleichzeitig eine Call-Option mit höherem Ausübungspreis verkauft. Diese Strategie profitiert von moderaten Kurssteigerungen, während die maximale Gewinn- und Verlustgrenze vorab bekannt sind.

5. Optionen für verschiedene Marktakteure

Optionen sind äußerst vielseitig und bieten eine breite Palette von strategischen Vorteilen für verschiedene Marktakteure. Jeder Akteur hat unterschiedliche Ziele und Risikopräferenzen, die mithilfe von Optionen unterstützt werden können.

Privatanleger

Privatanleger nutzen Optionen häufig zur Portfolio-Diversifikation und zum Risikomanagement. Durch den Kauf von Protective Puts können sie beispielsweise ihre Aktienbestände absichern, während Covered Calls ihnen ermöglichen, zusätzliches Einkommen zu generieren. Optionen bieten Privatanlegern auch die Möglichkeit, mit geringerem Kapitaleinsatz spekulativ auf Marktbewegungen zu reagieren.

Institutionelle Investoren

Institutionelle Investoren, wie Fondsmanager und Versicherungsgesellschaften, setzen Optionen oft in großem Umfang ein, um die Risiko-Exposition ihrer Portfolios zu steuern. Sie können komplexe Optionsstrategien nutzen, um gezielte Risiko-Rendite-Profile zu erstellen, die auf die Bedürfnisse ihrer Anleger zugeschnitten sind. Der Einsatz von Indexoptionen ermöglicht es ihnen beispielsweise, gegen Marktrückgänge abgesichert zu sein.

Hedger

Unternehmen und Finanzinstitutionen nutzen Optionen, um sich gegen Preisänderungen in Rohstoffen, Währungen und Zinssätzen abzusichern. Ein Exporteur könnte beispielsweise Put-Optionen auf die Währung seines Heimatlandes kaufen, um sich gegen das Risiko einer Währungsabwertung zu schützen. Hedger schätzen Optionen für ihre Flexibilität und die Möglichkeit, spezifische Risiken präzise zu managen.

Spekulanten

Spekulanten suchen nach Möglichkeiten, von Kursschwankungen zu profitieren. Optionen bieten ihnen die Hebelwirkung, um von geringfügigen Preisbewegungen signifikant zu profitieren, während das Verlustrisiko auf die gezahlte Prämie beschränkt bleibt. Sie nutzen oft kurzfristige Optionsstrategien, um auf Marktereignisse oder -ankündigungen zu reagieren.

6. Einführung in die Optionsanalyse

Die Optionsanalyse erfordert ein Verständnis sowohl fundamentaler als auch technischer Aspekte, um potenzielle Handelsmöglichkeiten zu identifizieren. Durch die Kombination dieser Analysemethoden können Investoren fundierte Entscheidungen treffen.

Fundamentalanalyse

Die Fundamentalanalyse bei Optionen bezieht sich auf das Studium der zugrunde liegenden Faktoren, die den Preis des Basiswerts beeinflussen könnten. Dazu gehören wirtschaftliche Indikatoren, Branchennachrichten und Unternehmensergebnisse. Bei der Analyse von Aktienoptionen beispielsweise könnte ein Investor Bilanzen, Gewinnberichte und andere Finanzdaten des Unternehmens prüfen. Ziel ist es, eine Einschätzung darüber zu treffen, ob der Basiswert unter- oder überbewertet ist und wie sich dies auf den Preis der Option auswirken könnte.

Technische Analyse

Im Gegensatz dazu konzentriert sich die technische Analyse auf Preisbewegungen und Handelsvolumina, um zukünftige Markttrends zu antizipieren. Investoren nutzen Charts, um Muster und Trends zu identifizieren, die Hinweise auf die zukünftige Preisrichtung geben können. Wesentliche technische Indikatoren umfassen gleitende Durchschnitte, Unterstützungs- und Widerstandslinien sowie Oszillatoren wie den Relative Strength Index (RSI) oder den Moving Average Convergence Divergence (MACD).

Optionspezifische Werkzeuge und Indikatoren

Zur Analyse von Optionen werden spezielle Werkzeuge und Indikatoren verwendet, die die Einzigartigkeit dieser Finanzinstrumente berücksichtigen:

  • Das Griechen: Die "Griechen" sind wichtige Kennzahlen, die die Sensitivität des Optionspreises auf verschiedene Faktoren messen, darunter Delta (Preissensitivität), Gamma (Delta-Veränderung bei Veränderung des Preises), Theta (Zeitwertverfall), Vega (Volatilitätssensitivität) und Rho (Zinssatzsensitivität). Diese Kennzahlen helfen Investoren, das Risiko und das potenzielle Verhalten der Option zu bewerten.
  • Volatilitätsindex (z.B. VIX für den S&P 500): Der VIX, oft als "Angstbarometer" bezeichnet, misst die erwartete Volatilität des S&P 500 Index und kann Hinweise auf die Marktstimmung geben. Eine höhere Volatilität weist auf Unsicherheit hin und kann erhöhte Optionsprämien bedeuten.
  • Optionsprämien und implizite Volatilität: Die Analyse von Optionsprämien und der impliziten Volatilität hilft Investoren zu beurteilen, ob eine Option im Vergleich zu ihrer historischen Volatilität und Markterwartung über- oder unterbewertet ist.

Eine fundierte Optionsanalyse kombiniert fundamentale und technische Aspekte mit spezifischen Werkzeugen und Indikatoren, die für den Optionsmarkt entwickelt wurden. Durch das Verständnis dieser Elemente können Investoren potenzielle Handelsgelegenheiten erkennen und strategische Entscheidungen treffen, die auf einer gründlichen Bewertung des Marktes und des spezifischen Verhaltens von Optionen basieren.

7. Unterschied zwischen Optionen und Optionsscheinen

Optionen und Optionsscheine sind beliebte Finanzinstrumente, die Investoren ermöglichen, auf die Preisbewegung eines zugrunde liegenden Vermögenswerts zu spekulieren, ohne diesen direkt zu erwerben. Trotz ihrer Ähnlichkeiten gibt es wesentliche Unterschiede, die es wichtig zu verstehen gilt.

Emittenten und Ausgabe

Optionen sind standardisierte Verträge, die an Terminbörsen gehandelt werden und nicht von einem spezifischen Emittenten herausgegeben werden. Sie entstehen durch den Handel am Markt, was eine hohe Liquidität und Transparenz gewährleistet.

Optionsscheine hingegen werden von Finanzinstituten oder Banken emittiert und oft OTC oder an Wertpapierbörsen gehandelt.

Handel und Verfügbarkeit

Optionen gelten aufgrund ihrer Standardisierung und des Handels über Börsen als transparenter und zugänglicher für den breiten Markt.

Optionsscheine können spezifische Bedingungen haben, die direkt vom Emittenten festgelegt werden, was zu einer größeren Vielfalt an Produkten führen kann, jedoch auch zu einer erschwerten Vergleichbarkeit.

Preisbildung und Risiko

Die Preisbildung bei Optionen basiert auf Angebot und Nachfrage sowie den Merkmalen des Optionsvertrags. Bei Optionsscheinen hängt der Preis zusätzlich von der Bonität des Emittenten ab, was ein zusätzliches Bonitätsrisiko birgt.

Rechtliche Aspekte

Optionen werden als Teil des öffentlichen Marktes gehandelt und unterliegen strengen regulatorischen Standards. Optionsscheine bieten ähnliche Rechte, wobei die Handelsbedingungen flexibler gestaltet sein können, da sie direkt vom Emittenten festgelegt werden.

Während beide Instrumente ähnliche strategische Möglichkeiten bieten, sollten Anleger die Unterschiede in Bezug auf Emittenten, Handelsmechanismen, Preisbildung und rechtliche Struktur berücksichtigen. Optionen bieten in der Regel eine höhere Transparenz und Liquidität, während Optionsscheine eine breitere Palette von Investitionsmöglichkeiten mit spezifischen Bedingungen des Emittenten bieten können. Die Wahl zwischen Optionen und Optionsscheinen hängt letztlich von den individuellen Anlagezielen ab. Wir empfehlen Optionen als das fairere Anlageprodukt, da Optionsscheine häufig intransparenter und teurer sind in Anbetracht des eingegangenen Risikos.

8. Regulatorik und Besteuerung von Optionen

Regulatorische Rahmenbedingungen

Die regulatorischen Rahmenbedingungen für den Optionshandel variieren je nach Land und Markt. In vielen Ländern sind Investoren verpflichtet, bestimmte Qualifikationskriterien zu erfüllen, um mit Optionen handeln zu dürfen. Diese Kriterien sollen sicherstellen, dass Anleger die Risiken verstehen, die mit dem Optionshandel verbunden sind. In Deutschland ist es jedoch grundsätzlich für alle möglich, Optionen zu handeln.

Besteuerung von Optionen

Die Besteuerung von Optionen ist ein komplexes Feld, das je nach Handelskontext unterschiedlich ausfällt. Besonders auffällig wird dies beim Vergleich zwischen dem privaten Handel von Optionen und dem Handel innerhalb einer GmbH.

Private Anleger

Für private Anleger gelten Gewinne aus dem Handel mit Optionen als Kapitalerträge, die der Abgeltungssteuer von 25% unterliegen, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Verluste können mit Gewinnen verrechnet werden, allerdings mit der Einschränkung, dass seit 2021 Verluste aus Termingeschäften nur bis zu einem Betrag von 20.000 Euro pro Jahr anrechenbar sind.

Trading oder Investment GmbH

Im Gegensatz zu privaten Anlegern bietet eine Trading GmbH signifikante steuerliche Vorteile und eine höhere Flexibilität im Handel mit Optionen. Im Gegensatz zu privaten Konten gibt es innerhalb einer GmbH keine Beschränkung bei der Verlustverrechnung. Dies ermöglicht einen flexibleren Handel, insbesondere bei Strategien, die den Einsatz von Termingeschäften beinhalten.

Fragen und Antworten

Was sind Optionen im Finanzmarkt?

Optionen sind Verträge, die dem Käufer das Recht, aber nicht die Verpflichtung geben, einen zugrunde liegenden Vermögenswert zu einem festgelegten Preis bis zu einem bestimmten Datum zu kaufen oder zu verkaufen.

Welche Haupttypen von Optionen gibt es?

Es gibt zwei Haupttypen von Optionen: Call-Optionen, die dem Käufer das Recht geben, einen Basiswert zu kaufen, und Put-Optionen, die dem Käufer das Recht geben, einen Basiswert zu verkaufen.

Wie funktioniert der Handel mit Optionen?

Der Handel mit Optionen kann entweder durch Ausübung der Option, bei der der Käufer seine Rechte nutzt, oder durch den Verkauf der Option vor dem Verfallsdatum erfolgen, um von Preisveränderungen zu profitieren.

Was beeinflusst die Prämie einer Option?

Die Prämie einer Option wird von der Volatilität des Basiswerts, der Laufzeit der Option bis zum Verfall, dem Ausübungspreis im Vergleich zum aktuellen Marktpreis und dem allgemeinen Zinsniveau beeinflusst.

Was bedeutet "im Geld" bei Optionen?

Eine Option "im Geld" bedeutet, dass der Ausübungspreis der Option vorteilhafter ist als der aktuelle Marktpreis des zugrunde liegenden Vermögenswerts, was dem Inhaber einen potenziellen Gewinn ermöglicht.

Wie können Optionen für Spekulation genutzt werden?

Optionen ermöglichen Spekulation, indem sie es Tradern erlauben, von erwarteten Preisbewegungen eines Basiswerts zu profitieren, ohne diesen direkt zu kaufen oder zu verkaufen, wobei das Risiko auf die gezahlte Prämie beschränkt bleibt.

Wie kann man ein Portfolio mit Optionen absichern?

Ein Portfolio kann durch den Kauf von Put-Optionen abgesichert werden, indem ein Sicherheitsnetz unter den Wert des Portfolios gesetzt wird, um potenzielle Verluste bei fallenden Aktienkursen zu kompensieren.

Was ist ein Covered Call?

Ein Covered Call ist eine Optionsstrategie, bei der der Investor Call-Optionen auf Aktien verkauft, die er bereits besitzt, um zusätzliches Einkommen durch die eingenommene Prämie zu erzielen.

Was ist der Unterschied zwischen Optionen und Optionsscheinen?

Optionen sind standardisierte Verträge, die an Terminbörsen gehandelt werden, während Optionsscheine von Finanzinstituten emittiert werden und spezifische Bedingungen haben können, die direkt vom Emittenten festgelegt werden.

Wie werden Optionen besteuert?

Gewinne aus dem Handel mit Optionen gelten für private Anleger als Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungssteuer von 25%, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Innerhalb einer GmbH können steuerliche Vorteile genutzt werden, da keine Beschränkung bei der Verlustverrechnung besteht.

Autor

Julian Molitor

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