Dieser Artikel bietet eine umfassende Analyse zu aktuellen Phasen im Wirtschaftszyklus mit einem besonderen Fokus auf die USA und Deutschland. Er untersucht die jüngsten wirtschaftlichen Indikatoren, politische Einflussfaktoren und die Aussichten für die nächsten Monate.
Die Weltwirtschaft durchläuft derzeit ein spätes Stadium des Wirtschaftszyklus, wobei unterschiedliche Regionen in dieser Phasen verschieden weit fortgeschriten sind.
Die USA befinden sich weiterhin im späten Stadium ihres Wirtschaftszyklus. Trotz dieser fortgeschrittenen Phase zeigt die US-Wirtschaft eine beeindruckende Resilienz. Dies spiegelt sich in einer Stabilisierung und leicht verbesserten Wirtschaftsdaten wider, wie sie unter anderem durch die Global Composite Einkaufsmanager-Indizes dargestellt werden.
Die Erwartungen an zukünftige Leitzinssenkungen haben bereits zu günstigeren Finanzbedingungen geführt, was sowohl die industrielle Aktivität als auch die Arbeitsmarktdaten unterstützt hat. Dieses Umfeld stärkt die Aussichten für eine stabile wirtschaftliche Performance in den kommenden Quartalen.
Japan, Australien, die Eurozone und das Vereinigte Königreich stehen an der Schwelle zu einer Kontraktion oder haben diese Phase bereits durchlaufen. Insbesondere auf die wirtschaftlichen Lage in Deutschland ist eine differenzierte Betrachtung wichtig.
China bildet eine Ausnahme. Das Land befindet sich entweder in einer Kontraktion oder hat diese Phase bereits durchlaufen und steht am Beginn einer Erholung. Chinas anhaltende Lockerung der Geldpolitik zielt darauf ab, das Wachstum aus seiner Schwächephase wieder zu beschleunigen.
Die aktuellen Wirtschaftsindikatoren der USA zeigten im ersten und zweiten Quartal 2024 eine unerwartete Stärke. Die Unternehmensgewinne und Margen blieben stabil wenn auch unter dem Höchststand von 13,75%, mit Margen von 12% im ersten Quartal 2024. Dies stellt eine Verbesserung gegenüber dem Vorquartal dar, obwohl die Lagerbestände anstiegen, sich aber noch immer unter dem historischen Durchschnitt befinden.
Das Fidelity Business Cycle Dashboard stuft die US-Wirtschaft weiterhin als spätzyklisch ein, jedoch weniger nah an einer Rezession als im ersten Quartal 2024.
Das Wirtschaftswachstum der USA verlangsamt sich moderat, jedoch weniger stark als noch Ende 2023 erwartet. Ein wesentlicher Grund ist die stimulative Fiskalpolitik. Das hohe Staatsdefizit und die staatlichen Ausgaben wirken als Wachstumstreiber, wobei der Wahlkampf zunehmende Unsicherheit mit sich bringt. Sowohl die Präsidentschaftskandidaten Trump als auch Biden planen, die Wirtschaft durch zusätzliche Steuersenkungen anzukurbeln, was potenziell positive Auswirkungen haben könnte. Jedoch könnten Schutzzölle und mögliche Vergeltungszölle auf Importe aus China zu Marktverwerfungen führen.
Der Leading-Economic-Index des Conference Boards signalisiert derzeit keine bevorstehende Rezession, obwohl lange Zeit ein starkes Rezessionssignal vorlag. Das Conference Board prognostiziert dennoch eine weitere Verlangsamung des Wirtschaftswachstums auf unter 1% in Q2 und Q3 2024.
Historische Daten zeigen, dass es von 1945 bis 2020 im Durchschnitt 10 Monate vom Peak zum Trough der Wirtschaftsaktivität und anschließend 64 Monate vom Trough zum nächsten Peak dauert. Der letzte Trough war im April 2020, sodass der nächste Peak gegen Ende 2024 oder Anfang 2025 zu erwarten ist, sofern die Durchschnittswerte angenommen werden. Ein neuer Trough könnte in dem Fall etwa 10 Monate nach dem nächsten Peak erwartet, also voraussichtlich im Herbst 2025, erwartet werden (National Bureau of Labor Statistics). Wohlgemerkt bezieht sich hier „Trough“ und „Peak“ auf Einschätzungen des US Business Cycle Dating Committee, welche sich auf die Gesamtwirtschaft beziehen und nicht z.B. auf Peak und Trough am Aktienmarkt. Die Aktienmärkte beginnen meisten schon vor dem „offiziellen“ Peak der Wirtschaft zu fallen und auch vor dem „offiziellen“ Trough der Wirtschaft wieder zu steigen. Natürlich sind Durchschnitswerte bei der Abschätzung bevorstehender wirtschaftlicher Entwicklungen nicht sehr aussagekräftig und können nur als ungefähre Indikation dienen.
Das Franklin Templeton – ClearBridge Recession Dashboard zeigt seit Dezember 2023 eine leichte Verbesserung mit nur noch 3 von 12 Indikatoren (Job Sentiment, Money Supply und Yield Curve), die auf eine Rezession hindeuten. Positive Signale kommen von verbesserten Credit Spreads, Unternehmensgewinnmargen und realem Gehaltswachstum. Auch die Inflation zeigte sich zuletzt rückläufig, nachdem sie zuvor im Q1 und Anfang Q2 2024 "sticky" war. Somit deutet auch das Dashboard insgesamt darauf hin, dass keine Rezession unmittelbar bevorsteht.#
Ein wichtiger Indikator für den Eintritt einer Rezession sind die Non-Farm Payrolls. Ende 2023 lagen diese mit knapp über 200k bereits niedrig. Doch in Q1 und Q2 2024 stiegen sie wieder auf zuletzt über 270k, was nicht auf eine weitere Verlangsamung der Wirtschaft hindeutet. Auch die Jobless Claims blieben niedrig, was eine stabile Beschäftigungslage signalisiert.
Die US-Wirtschaft befindet sich zweifellos in einer späten Phase des Zyklus. Die genaue Position innerhalb dieser Phase und die Aussichten auf eine bevorstehende Rezession bleiben jedoch ungewiss. Die kommenden 12 Monate könnten eine erhöhte Rezessionswahrscheinlichkeit mit sich bringen, was die Risiken für Aktienmärkte und niedrig bewertete Anleihen erhöhen könnte.
Einfluss der Maturity-Wall in 2025: Der steigende Refinanzierungsbedarf bei höheren Kreditkosten könnte Unternehmen vor Herausforderungen stellen.
Ende des fiskalischen Stimulus: Eine Reduktion des hohen Staatsdefizits könnte die Wirtschaft belasten, besonders bei einer ohnehin verlangsamten Konjunktur.
Verbleibende Verbraucherersparnisse: Die während der Pandemie angesammelten Ersparnisse könnten bald erschöpft sein, was den Konsum und das Wachstum beeinträchtigen könnte.
Diese Fragen werden die zukünftige Entwicklung der US-Wirtschaft maßgeblich beeinflussen.
Die Wirtschaftsindikatoren zeigten im ersten und zweiten Quartal 2024 leichte Verbesserungen. Das reale BIP-Wachstum verzeichnete im ersten Quartal einen Anstieg von 0,2%, nach einem Rückgang von -0,5% im vierten Quartal 2023 (Quelle: European Commission - Eurostat). Diese Erholung setzte sich bis Mai 2024 fort, jedoch deuten jüngste Indikatoren auf einen möglichen Rückgang der Wirtschaftsaktivität im Juni hin. Es bleibt unklar, ob die Phase der Rezession durchlaufen ist oder ob die Verbesserungen temporärer Natur sind. Das Fidelity Global Business Cycle Dashboard signalisiert weiterhin die Möglichkeit einer bevorstehenden Rezession.
Im ersten Quartal 2024 verzeichneten DAX-Unternehmen einen Umsatzrückgang um 3,6% und einen operativen Gewinnrückgang um 1,9%. Besonders betroffen waren Industrieunternehmen und Automobilbauer, was auf eine bereits eingetretene Gewinnrezession hindeutet (Quelle: EY). Die Frage bleibt offen, ob dies bereits das Tief darstellt oder ob eine weitere Verschlechterung bevorsteht. Positiv ist jedoch die langsame Erholung der Kreditvergabe, mit einem Anstieg bei Hypotheken- und Neukreditverträgen im Jahr 2024 im Vergleich zu 2023, wenn auch auf niedrigem Niveau (Destatis).
Die Inflation zeigt weiterhin eine rückläufige Tendenz, und die Zentralbank hat den Leitzins erstmals in diesem Zinszyklus gesenkt. Für Juli 2024 wird eine Inflationsrate von 2,2% erwartet, nahe der Zielmarke von 2,0%. Diese Entwicklungen deuten auf eine Wirtschaft hin, die den Weg der Erholung eingeschlagen hat und von niedrigeren Leitzinsen sowie stimulativen geldpolitischen Maßnahmen profitiert (Destatis).
Eine große Herausforderung bleibt die als widersprüchlich wahrgenommene Fiskal- und Wirtschaftspolitik, die die wirtschaftlichen Aktivitäten hemmt und Investitionsentscheidungen entgegenwirkt. Negative ausländische Direktinvestitionen, die seit 2021 historisch hoch sind und auch 2024 fortgesetzt wurden, sowie die restriktive Sparpolitik verstärken diese Effekte (IW, Deutsche Bundesbank).
Der Wirtschaftszyklus-Indikator der EU-Kommission zeigt an, dass Deutschland und viele weitere EU-Länder sich derzeit in einer Erholungsphase befinden. Obwohl Deutschland im europäischen Vergleich eine eher langsame Wirtschaftsdynamik aufweist, geben die Erholungstendenzen ein optimistischeres Bild als das Fidelity Global Business Cycle Dashboard anzeigt.
Die deutsche Wirtschaft befindet sich entweder in einer sehr späten Phase oder möglicherweise bereits am Ende der rezessiven Phase ihres Wirtschaftszyklus. Wesentliche Risiken bestehen weiterhin, insbesondere in Anbetracht der Exportabhängigkeit und der globalen Wirtschaftsentwicklung. Dennoch überwiegen die Chancen auf Erholung, gestützt durch die leichten Verbesserungen der letzten Monate.
Fiskalpolitik: Die bisher verfolgte Sparpolitik in Deutschland könnte sich negativ auf die wirtschaftliche Erholung auswirken und zusätzlich Unsicherheit schüren, was ausländische Direktinvestitionen und Investitionen in Anlagegüter behindert. Es stellt sich die Frage, inwiefern eine Änderung der Politik möglich ist und welche Maßnahmen ergriffen werden können, um negative Konsequenzen zu reduzieren.
Konsumentenstimmung: Die Verbraucherstimmung in Deutschland bleibt weiterhin gedämpft, was zu einer unterdurchschnittlichen Konsumnachfrage führt. Das HDE-Konsumbarometer deutete zuletzt an, dass die Verbraucherstimmung im Juni stagnierte und der vorherige Aufwärtstrend damit zum Stillstand kam (HDE).
Verhältnis mit China: Besonders die deutsche Automobilindustrie ist stark vom chinesischen Markt abhängig. Neben der allgemeinen Wirtschaftsaktivität in China könnten mögliche Importzölle und Vergeltungsmaßnahmen auf Autos entscheidend für die Erholung der deutschen Wirtschaft sein.
Die Weltwirtschaft durchläuft derzeit ein spätes Stadium des Wirtschaftszyklus, wobei unterschiedliche Regionen in dieser Phasen verschieden weit fortgeschriten sind.
Die USA befinden sich weiterhin im späten Stadium ihres Wirtschaftszyklus. Trotz dieser fortgeschrittenen Phase zeigt die US-Wirtschaft eine beeindruckende Resilienz. Dies spiegelt sich in einer Stabilisierung und leicht verbesserten Wirtschaftsdaten wider, wie sie unter anderem durch die Global Composite Einkaufsmanager-Indizes dargestellt werden.
Die Erwartungen an zukünftige Leitzinssenkungen haben bereits zu günstigeren Finanzbedingungen geführt, was sowohl die industrielle Aktivität als auch die Arbeitsmarktdaten unterstützt hat. Dieses Umfeld stärkt die Aussichten für eine stabile wirtschaftliche Performance in den kommenden Quartalen.
Japan, Australien, die Eurozone und das Vereinigte Königreich stehen an der Schwelle zu einer Kontraktion oder haben diese Phase bereits durchlaufen. Insbesondere auf die wirtschaftlichen Lage in Deutschland ist eine differenzierte Betrachtung wichtig.
China bildet eine Ausnahme. Das Land befindet sich entweder in einer Kontraktion oder hat diese Phase bereits durchlaufen und steht am Beginn einer Erholung. Chinas anhaltende Lockerung der Geldpolitik zielt darauf ab, das Wachstum aus seiner Schwächephase wieder zu beschleunigen.
Die aktuellen Wirtschaftsindikatoren der USA zeigten im ersten und zweiten Quartal 2024 eine unerwartete Stärke. Die Unternehmensgewinne und Margen blieben stabil wenn auch unter dem Höchststand von 13,75%, mit Margen von 12% im ersten Quartal 2024. Dies stellt eine Verbesserung gegenüber dem Vorquartal dar, obwohl die Lagerbestände anstiegen, sich aber noch immer unter dem historischen Durchschnitt befinden.
Das Fidelity Business Cycle Dashboard stuft die US-Wirtschaft weiterhin als spätzyklisch ein, jedoch weniger nah an einer Rezession als im ersten Quartal 2024.
Das Wirtschaftswachstum der USA verlangsamt sich moderat, jedoch weniger stark als noch Ende 2023 erwartet. Ein wesentlicher Grund ist die stimulative Fiskalpolitik. Das hohe Staatsdefizit und die staatlichen Ausgaben wirken als Wachstumstreiber, wobei der Wahlkampf zunehmende Unsicherheit mit sich bringt. Sowohl die Präsidentschaftskandidaten Trump als auch Biden planen, die Wirtschaft durch zusätzliche Steuersenkungen anzukurbeln, was potenziell positive Auswirkungen haben könnte. Jedoch könnten Schutzzölle und mögliche Vergeltungszölle auf Importe aus China zu Marktverwerfungen führen.
Der Leading-Economic-Index des Conference Boards signalisiert derzeit keine bevorstehende Rezession, obwohl lange Zeit ein starkes Rezessionssignal vorlag. Das Conference Board prognostiziert dennoch eine weitere Verlangsamung des Wirtschaftswachstums auf unter 1% in Q2 und Q3 2024.
Historische Daten zeigen, dass es von 1945 bis 2020 im Durchschnitt 10 Monate vom Peak zum Trough der Wirtschaftsaktivität und anschließend 64 Monate vom Trough zum nächsten Peak dauert. Der letzte Trough war im April 2020, sodass der nächste Peak gegen Ende 2024 oder Anfang 2025 zu erwarten ist, sofern die Durchschnittswerte angenommen werden. Ein neuer Trough könnte in dem Fall etwa 10 Monate nach dem nächsten Peak erwartet, also voraussichtlich im Herbst 2025, erwartet werden (National Bureau of Labor Statistics). Wohlgemerkt bezieht sich hier „Trough“ und „Peak“ auf Einschätzungen des US Business Cycle Dating Committee, welche sich auf die Gesamtwirtschaft beziehen und nicht z.B. auf Peak und Trough am Aktienmarkt. Die Aktienmärkte beginnen meisten schon vor dem „offiziellen“ Peak der Wirtschaft zu fallen und auch vor dem „offiziellen“ Trough der Wirtschaft wieder zu steigen. Natürlich sind Durchschnitswerte bei der Abschätzung bevorstehender wirtschaftlicher Entwicklungen nicht sehr aussagekräftig und können nur als ungefähre Indikation dienen.
Das Franklin Templeton – ClearBridge Recession Dashboard zeigt seit Dezember 2023 eine leichte Verbesserung mit nur noch 3 von 12 Indikatoren (Job Sentiment, Money Supply und Yield Curve), die auf eine Rezession hindeuten. Positive Signale kommen von verbesserten Credit Spreads, Unternehmensgewinnmargen und realem Gehaltswachstum. Auch die Inflation zeigte sich zuletzt rückläufig, nachdem sie zuvor im Q1 und Anfang Q2 2024 "sticky" war. Somit deutet auch das Dashboard insgesamt darauf hin, dass keine Rezession unmittelbar bevorsteht.#
Ein wichtiger Indikator für den Eintritt einer Rezession sind die Non-Farm Payrolls. Ende 2023 lagen diese mit knapp über 200k bereits niedrig. Doch in Q1 und Q2 2024 stiegen sie wieder auf zuletzt über 270k, was nicht auf eine weitere Verlangsamung der Wirtschaft hindeutet. Auch die Jobless Claims blieben niedrig, was eine stabile Beschäftigungslage signalisiert.
Die US-Wirtschaft befindet sich zweifellos in einer späten Phase des Zyklus. Die genaue Position innerhalb dieser Phase und die Aussichten auf eine bevorstehende Rezession bleiben jedoch ungewiss. Die kommenden 12 Monate könnten eine erhöhte Rezessionswahrscheinlichkeit mit sich bringen, was die Risiken für Aktienmärkte und niedrig bewertete Anleihen erhöhen könnte.
Einfluss der Maturity-Wall in 2025: Der steigende Refinanzierungsbedarf bei höheren Kreditkosten könnte Unternehmen vor Herausforderungen stellen.
Ende des fiskalischen Stimulus: Eine Reduktion des hohen Staatsdefizits könnte die Wirtschaft belasten, besonders bei einer ohnehin verlangsamten Konjunktur.
Verbleibende Verbraucherersparnisse: Die während der Pandemie angesammelten Ersparnisse könnten bald erschöpft sein, was den Konsum und das Wachstum beeinträchtigen könnte.
Diese Fragen werden die zukünftige Entwicklung der US-Wirtschaft maßgeblich beeinflussen.
Die Wirtschaftsindikatoren zeigten im ersten und zweiten Quartal 2024 leichte Verbesserungen. Das reale BIP-Wachstum verzeichnete im ersten Quartal einen Anstieg von 0,2%, nach einem Rückgang von -0,5% im vierten Quartal 2023 (Quelle: European Commission - Eurostat). Diese Erholung setzte sich bis Mai 2024 fort, jedoch deuten jüngste Indikatoren auf einen möglichen Rückgang der Wirtschaftsaktivität im Juni hin. Es bleibt unklar, ob die Phase der Rezession durchlaufen ist oder ob die Verbesserungen temporärer Natur sind. Das Fidelity Global Business Cycle Dashboard signalisiert weiterhin die Möglichkeit einer bevorstehenden Rezession.
Im ersten Quartal 2024 verzeichneten DAX-Unternehmen einen Umsatzrückgang um 3,6% und einen operativen Gewinnrückgang um 1,9%. Besonders betroffen waren Industrieunternehmen und Automobilbauer, was auf eine bereits eingetretene Gewinnrezession hindeutet (Quelle: EY). Die Frage bleibt offen, ob dies bereits das Tief darstellt oder ob eine weitere Verschlechterung bevorsteht. Positiv ist jedoch die langsame Erholung der Kreditvergabe, mit einem Anstieg bei Hypotheken- und Neukreditverträgen im Jahr 2024 im Vergleich zu 2023, wenn auch auf niedrigem Niveau (Destatis).
Die Inflation zeigt weiterhin eine rückläufige Tendenz, und die Zentralbank hat den Leitzins erstmals in diesem Zinszyklus gesenkt. Für Juli 2024 wird eine Inflationsrate von 2,2% erwartet, nahe der Zielmarke von 2,0%. Diese Entwicklungen deuten auf eine Wirtschaft hin, die den Weg der Erholung eingeschlagen hat und von niedrigeren Leitzinsen sowie stimulativen geldpolitischen Maßnahmen profitiert (Destatis).
Eine große Herausforderung bleibt die als widersprüchlich wahrgenommene Fiskal- und Wirtschaftspolitik, die die wirtschaftlichen Aktivitäten hemmt und Investitionsentscheidungen entgegenwirkt. Negative ausländische Direktinvestitionen, die seit 2021 historisch hoch sind und auch 2024 fortgesetzt wurden, sowie die restriktive Sparpolitik verstärken diese Effekte (IW, Deutsche Bundesbank).
Der Wirtschaftszyklus-Indikator der EU-Kommission zeigt an, dass Deutschland und viele weitere EU-Länder sich derzeit in einer Erholungsphase befinden. Obwohl Deutschland im europäischen Vergleich eine eher langsame Wirtschaftsdynamik aufweist, geben die Erholungstendenzen ein optimistischeres Bild als das Fidelity Global Business Cycle Dashboard anzeigt.
Die deutsche Wirtschaft befindet sich entweder in einer sehr späten Phase oder möglicherweise bereits am Ende der rezessiven Phase ihres Wirtschaftszyklus. Wesentliche Risiken bestehen weiterhin, insbesondere in Anbetracht der Exportabhängigkeit und der globalen Wirtschaftsentwicklung. Dennoch überwiegen die Chancen auf Erholung, gestützt durch die leichten Verbesserungen der letzten Monate.
Fiskalpolitik: Die bisher verfolgte Sparpolitik in Deutschland könnte sich negativ auf die wirtschaftliche Erholung auswirken und zusätzlich Unsicherheit schüren, was ausländische Direktinvestitionen und Investitionen in Anlagegüter behindert. Es stellt sich die Frage, inwiefern eine Änderung der Politik möglich ist und welche Maßnahmen ergriffen werden können, um negative Konsequenzen zu reduzieren.
Konsumentenstimmung: Die Verbraucherstimmung in Deutschland bleibt weiterhin gedämpft, was zu einer unterdurchschnittlichen Konsumnachfrage führt. Das HDE-Konsumbarometer deutete zuletzt an, dass die Verbraucherstimmung im Juni stagnierte und der vorherige Aufwärtstrend damit zum Stillstand kam (HDE).
Verhältnis mit China: Besonders die deutsche Automobilindustrie ist stark vom chinesischen Markt abhängig. Neben der allgemeinen Wirtschaftsaktivität in China könnten mögliche Importzölle und Vergeltungsmaßnahmen auf Autos entscheidend für die Erholung der deutschen Wirtschaft sein.