Anleihen
Staatsanleihen
31.01.2024

Auf der richtigen Seite des Anleihemarktes: Die Fed Geldpolitik und Auswirkungen auf US-Treasuries

Erfahre, wie das beeindruckende BIP-Wachstum und die geldpolitischen Entscheidungen der Federal Reserve die Dynamik der US-Staatsanleihen und Aktienmärkte prägen.

Lesezeit:
7
Minuten
Keywords:
BIP-Wachstum USA | Zinspolitik | Quantitative Tightening | Inflationstrends | US-Staatsanleihen | Zinssenkungen Fed | Core-PCE | Anleihe-Renditen | Aktienmarkt Ausblick
Erhalte mit unserem Premium-Abo Zugang zu diesem Artikel

Wirtschaftswachstum und Strategie der Federal Reserve

BIP-Wachstum über den Erwartungen: Mit einem eindrucksvollen Wachstum von 3,3% im vierten Quartal 2023, weit über den prognostizierten 2,3%, demonstriert die US-Wirtschaft eine unerwartete Dynamik. Diese starke wirtschaftliche Entwicklung wird insbesondere von robustem Konsumentenverhalten und Konsumausgaben getragen und deutet auf eine weiterhin positive wirtschaftliche Entwicklung hin.

Zinspolitik der Federal Reserve: Die Federal Reserve zeigt sich in ihrer Interpretation der Wirtschaftsdaten vorsichtig optimistisch. Der Markt rechnet mit kurzfristig stabilen Zinsen und Zinssenkungen im zweiten Quartal. Aktuelle Äußerungen von FOMC-Mitgliedern lassen jedoch auf hinausgezögerte Zinssenkung seitens der Fed schließen, möglicherweise bis ins dritte Quartal 2024. Dies unterstreicht das Bestreben der Federal Reserve, anhand zukünftiger Wirtschaftsdaten zu entscheiden und weiterhin in der Zinspolitik flexibel zu bleiben.

'Quantitative Tightening' der Federal Reserve: Ein wesentlicher Aspekt für die weitere Entwicklung der Renditen von US-Staatsanleihen ist die Strategie der Fed in Bezug auf ihre Anleihebestände. Mitte 2022 beschloss die Federal Reserve die vorsichtige Reduktion ihrer US Treasury-Bestände, indem auslaufende Anleihen nicht ersetzt werden. Seitdem wurde der Anleihebestand im Volumen von USD 60 Mrd. monatlich reduziert. Dieses Programm befindet sich nun in einer sensiblen Phase. Jüngste Äußerungen von Lorie Logan, Präsidentin der Federal Reserve Bank von Dallas, deuten auf eine mögliche Verlangsamung dieses Prozesses im Laufe des Jahres hin, was die Staatsanleihen durch eine günstigere Angebots-Nachfrage-Situation und weiter fallende Renditen auf Staatsanleihen unterstützen könnte.

Marktdynamik und Inflationsausblick

Inflationstrends: Der schnelle Rückgang der Core-PCE-Inflation in der zweiten Jahreshälfte 2023 von 4% auf 2% annualisiert hat die Erwartungen für 2024 stark beeinflusst. Prognosen deuten nun auf einen schnelleren Rückgang der Jahresinflation hin. Wir erwarten bis zum zweiten Quartal eine Rate von etwa 2,3%. Auch die Core-CPI-Inflation verzeichnet einen Abwärtstrend, was die Erwartungen an ein moderateres Inflationsumfeld in der Zukunft stärkt. Die Preisentwicklung der letzten Monate unterstützt aktuell nicht die These erneut steigender Inflationszahlen in den kommenden Monaten. Mittel- und langfristig bleibt zu beobachten, ob steigende Energiepreise und ein noch immer hohes Wachstum der Löhne in den USA eine neue Phase von Inflationsdruck bewirkt. 

Schuldenstrategie der US-Regierung: Die letzte Ankündigung zur Ausgabe neuer US Staatsanleihen am 1. November 2023 setzte einen Wendepunkt, als das US Treasury Department beschloss, die Auktionen langfristiger Anleihen nur moderat zu erhöhen und stattdessen kurzfristige Anleihen zu bevorzugen. Dieser Ansatz führte zu einem Rücklaufen der langfristigen Anleihe-Renditen. Bei der bevorstehenden Finanzierungsankündigung erwartet der Markt, dass das US Treasury Department die Volumina der Auktionen für 2- und 5-jährige Anleihen in den nächsten drei Monaten monatlich um 3 Milliarden Dollar erhöht, während die 10-jährigen Anleihen um 2 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorquartal steigen sollen. Es gibt jedoch Spekulationen, dass eine geringere Erhöhung der Auktion für 10-jährige Anleihen bevorzugt wird, möglicherweise nur um 1 Milliarde Dollar statt der erwarteten 2 Milliarden Dollar. Diese vorsichtige Strategie beruht auf der Annahme, dass das große Angebot an Anleihen weiterhin Druck auf die langfristigen Renditen ausübt. Ein zurückhaltenderes Vorgehen bei den Auktionsgrößen könnte den Anleihemarkt stärken und die Renditen zumindest marginal senken. Diese nuancierte Herangehensweise des US Treasury Departments ist ein entscheidender Faktor für Investoren und Marktanalysten, da sie direkt die langfristigen Renditen und den breiteren Finanzmarkt beeinflusst.

Erwartungen an den US Treasury-Markt

Die Märkte erwarten derzeit einen Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen, beeinflusst durch mögliche Zinssenkungen der Federal Reserve und die mögliche Reduktion des Quantitative Tightening Programms. Diese Erwartung wird vor allem von den Kerninflationstrends geprägt, die derzeit auf ein gedämpftes Inflationsumfeld hindeuten. Der Markt rechnet mit der Möglichkeit von fünf Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte im Jahr 2024, was auf eine Fed Funds Rate von 4,0 % bis 4,25 % bis Jahresende hinauslaufen würde. Ein solches Szenario erfordert Zinssenkungen bei jedem FOMC-Treffen, sofern diese nicht vor dem zweiten Quartal 2024 beginnen. 

Unsere Analyse deutet jedoch darauf hin, dass ein solcher Zinssenkungspfad unwahrscheinlich ist, es sei denn, die Wirtschaft erfährt einen deutlich stärkeren Abschwung als erwartet. Eine realistischere Prognose liegt im Bereich von 75 bis 100 Basispunkten an Zinssenkungen bei einer weiterhin robusten wirtschaftlichen Lage. Aus unser Sicht bilden die aktuell eingepreisten 125 Basispunkte an Zinssenkung die Kombination aus zwei Szenarien ab, die von den Marktakteuren derzeit als unterschiedlich wahrscheinlich eingeschätzt werden. Einerseits besteht das Szenario einer weiterhin sehr soliden Wirtschaftsentwicklung, in welchem die Fed die Zinsen eher zwischen 25 bis 50 Basispunkte senken würde. Anderseits besteht das Szenario einer starken Verlangsamung der Wirtschaft, in welchem die Federal Reserve die Zinsen um 175 bis 200 Basispunkte senken könnte. In den kommenden Monaten wird sich deutlicher zeigen, welches Szenario realistischer ist. Aus diesem Grund steht der Markt für US-Staatsanleihen vor einer weiteren Phase der Volatilität, wobei die Erwartungen an Zinssenkungen zu niedrigeren Renditen und einer daraus resultierenden steileren Renditekurve führen. 

In den letzten Monaten konnte bereits ein deutlicher Bull-Steepening-Effekt beobachtet werden. Diese Entwicklung führte zu einer signifikanten Erhöhung der langfristigen Renditen, während die mittelfristigen Renditen moderat fielen. Der Renditeunterschied zwischen 5- und 30-jährigen Staatsanleihen ist nun deutlich positiv, und der Unterschied zwischen 2- und 10-jährigen Anleihen hat sich von negativen 100 Basispunkten auf negative 30 Basispunkte verschoben. Diese Trends sind entscheidende Indikatoren für Investoren und Analysten und bilden einen hoffnungsvolleren Blick des Marktes auf die zukünftige Wirtschaftsentwicklung und bevorstehende Zinssenkungen ab.

Auswirkungen auf den Anleihe- und Aktienmarkt

Dynamik des Anleihemarktes: Im sich wandelnden Umfeld des US-Staatsanleihemarktes spielen die Zinsentscheidungen der Federal Reserve aktuell die bedeutendste Rolle. Sollte die Fed sich entscheiden, die Zinsen entgegen den Markterwartungen für einen längeren Zeitraum hochzuhalten, könnten wir einen leichten Anstieg der mittelfristigen Renditen erleben. Eine ausgeprägtere wirtschaftliche Abschwächung als derzeit erwartet, könnte jedoch zu einem Rückgang sowohl der mittel- als auch langfristigen Renditen führen. In beiden Szenarien scheint das Risiko eines signifikanten Anstiegs der langfristigen Renditen von US-Staatsanleihen aus unserer Sicht begrenzt. 

Daher bietet sich die Investition in 10-jährige Staatsanleihen als strategische Maßnahme an. Wir sehen für 10-jährigen Anleihen das Potential, jetzt hohe Anleihe-Renditen auf langfristige Sicht zu sichern und von potenzielle Wertsteigerungen zu profitieren, wenn die Wirtschaft sich stärker verlangsamt als erwartet. Wir sehen ein deutlich geringeres Risiko von wieder steigendem Inflationsdruck und somit wieder steigenden Anleihe-Renditen. Aus dem Grund bietet diese Strategie aus unserer Sicht ein attraktives Chance-Risiko-Profil.

Der Markt für Unternehmensanleihen ist aktuell geprägt von sehr niedrigen Spreads zu Staatsanleiherenditen. Die Spreads befinden sich nahe dem 20-Jahrestief. Diese Situation birgt insbesondere im Fall einer stärkeren wirtschaftlichen Verlangsamung und einer Rezession ein Risiko. In dem Fall würde die Spreads sich wieder stark weiten und das Risikoprofil von Unternehmensanleihen erhöhen. In diesem Umfeld erweisen sich Staatsanleihen als attraktivere Investitionsmöglichkeit.

Ausblick auf den Aktienmarkt: Bei der Beurteilung des Aktienmarktes zeichnen sich drei potenzielle Szenarien ab: eine sanfte Landung begleitet von Zinssenkungen der Federal Reserve, ein wirtschaftlicher Abschwung oder eine Rezession, ebenfalls mit Fed-Zinssenkungen, sowie anhaltend hohe oder steigende Inflation. Das derzeitige wirtschaftliche Umfeld lässt vermuten, dass die ersten beiden Szenarien am wahrscheinlichsten sind. Trotz robuster jüngster BIP- und Arbeitsmarktdaten und des vorherrschenden Optimismus für ein 'Goldlöckchen'-Szenario, kann das Risiko einer Rezession nicht außer Acht gelassen werden.

In einem Umfeld, in dem die Inflation nachlässt und Zinssenkungen auslöst, würden die Aktienkurse trotz hoher Bewertungen weiter steigen können. Erfolgen jedoch Zinssenkungen im Kontext einer Rezession oder eines schwerwiegenderen wirtschaftlichen Abschwungs, besteht ein erhebliches Abwärtsrisiko für den US-Aktienmarkt. In dieser Risikolandschaft befinden wir das Chance-Risiko-Verhältnis von Staatsanleihen gegenüber Aktien als attraktiver.


Stichwörter:

US-Kreditmarkt, Zinssätze, US-Wirtschaft, Geldpolitik der Federal Reserve, Trends am Schatzanleihenmarkt, Inflationserwartungen, Aktienmarkt, Anlagestrategien

Wirtschaftswachstum und Strategie der Federal Reserve

BIP-Wachstum über den Erwartungen: Mit einem eindrucksvollen Wachstum von 3,3% im vierten Quartal 2023, weit über den prognostizierten 2,3%, demonstriert die US-Wirtschaft eine unerwartete Dynamik. Diese starke wirtschaftliche Entwicklung wird insbesondere von robustem Konsumentenverhalten und Konsumausgaben getragen und deutet auf eine weiterhin positive wirtschaftliche Entwicklung hin.

Zinspolitik der Federal Reserve: Die Federal Reserve zeigt sich in ihrer Interpretation der Wirtschaftsdaten vorsichtig optimistisch. Der Markt rechnet mit kurzfristig stabilen Zinsen und Zinssenkungen im zweiten Quartal. Aktuelle Äußerungen von FOMC-Mitgliedern lassen jedoch auf hinausgezögerte Zinssenkung seitens der Fed schließen, möglicherweise bis ins dritte Quartal 2024. Dies unterstreicht das Bestreben der Federal Reserve, anhand zukünftiger Wirtschaftsdaten zu entscheiden und weiterhin in der Zinspolitik flexibel zu bleiben.

'Quantitative Tightening' der Federal Reserve: Ein wesentlicher Aspekt für die weitere Entwicklung der Renditen von US-Staatsanleihen ist die Strategie der Fed in Bezug auf ihre Anleihebestände. Mitte 2022 beschloss die Federal Reserve die vorsichtige Reduktion ihrer US Treasury-Bestände, indem auslaufende Anleihen nicht ersetzt werden. Seitdem wurde der Anleihebestand im Volumen von USD 60 Mrd. monatlich reduziert. Dieses Programm befindet sich nun in einer sensiblen Phase. Jüngste Äußerungen von Lorie Logan, Präsidentin der Federal Reserve Bank von Dallas, deuten auf eine mögliche Verlangsamung dieses Prozesses im Laufe des Jahres hin, was die Staatsanleihen durch eine günstigere Angebots-Nachfrage-Situation und weiter fallende Renditen auf Staatsanleihen unterstützen könnte.

Marktdynamik und Inflationsausblick

Inflationstrends: Der schnelle Rückgang der Core-PCE-Inflation in der zweiten Jahreshälfte 2023 von 4% auf 2% annualisiert hat die Erwartungen für 2024 stark beeinflusst. Prognosen deuten nun auf einen schnelleren Rückgang der Jahresinflation hin. Wir erwarten bis zum zweiten Quartal eine Rate von etwa 2,3%. Auch die Core-CPI-Inflation verzeichnet einen Abwärtstrend, was die Erwartungen an ein moderateres Inflationsumfeld in der Zukunft stärkt. Die Preisentwicklung der letzten Monate unterstützt aktuell nicht die These erneut steigender Inflationszahlen in den kommenden Monaten. Mittel- und langfristig bleibt zu beobachten, ob steigende Energiepreise und ein noch immer hohes Wachstum der Löhne in den USA eine neue Phase von Inflationsdruck bewirkt. 

Schuldenstrategie der US-Regierung: Die letzte Ankündigung zur Ausgabe neuer US Staatsanleihen am 1. November 2023 setzte einen Wendepunkt, als das US Treasury Department beschloss, die Auktionen langfristiger Anleihen nur moderat zu erhöhen und stattdessen kurzfristige Anleihen zu bevorzugen. Dieser Ansatz führte zu einem Rücklaufen der langfristigen Anleihe-Renditen. Bei der bevorstehenden Finanzierungsankündigung erwartet der Markt, dass das US Treasury Department die Volumina der Auktionen für 2- und 5-jährige Anleihen in den nächsten drei Monaten monatlich um 3 Milliarden Dollar erhöht, während die 10-jährigen Anleihen um 2 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorquartal steigen sollen. Es gibt jedoch Spekulationen, dass eine geringere Erhöhung der Auktion für 10-jährige Anleihen bevorzugt wird, möglicherweise nur um 1 Milliarde Dollar statt der erwarteten 2 Milliarden Dollar. Diese vorsichtige Strategie beruht auf der Annahme, dass das große Angebot an Anleihen weiterhin Druck auf die langfristigen Renditen ausübt. Ein zurückhaltenderes Vorgehen bei den Auktionsgrößen könnte den Anleihemarkt stärken und die Renditen zumindest marginal senken. Diese nuancierte Herangehensweise des US Treasury Departments ist ein entscheidender Faktor für Investoren und Marktanalysten, da sie direkt die langfristigen Renditen und den breiteren Finanzmarkt beeinflusst.

Erwartungen an den US Treasury-Markt

Die Märkte erwarten derzeit einen Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen, beeinflusst durch mögliche Zinssenkungen der Federal Reserve und die mögliche Reduktion des Quantitative Tightening Programms. Diese Erwartung wird vor allem von den Kerninflationstrends geprägt, die derzeit auf ein gedämpftes Inflationsumfeld hindeuten. Der Markt rechnet mit der Möglichkeit von fünf Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte im Jahr 2024, was auf eine Fed Funds Rate von 4,0 % bis 4,25 % bis Jahresende hinauslaufen würde. Ein solches Szenario erfordert Zinssenkungen bei jedem FOMC-Treffen, sofern diese nicht vor dem zweiten Quartal 2024 beginnen. 

Unsere Analyse deutet jedoch darauf hin, dass ein solcher Zinssenkungspfad unwahrscheinlich ist, es sei denn, die Wirtschaft erfährt einen deutlich stärkeren Abschwung als erwartet. Eine realistischere Prognose liegt im Bereich von 75 bis 100 Basispunkten an Zinssenkungen bei einer weiterhin robusten wirtschaftlichen Lage. Aus unser Sicht bilden die aktuell eingepreisten 125 Basispunkte an Zinssenkung die Kombination aus zwei Szenarien ab, die von den Marktakteuren derzeit als unterschiedlich wahrscheinlich eingeschätzt werden. Einerseits besteht das Szenario einer weiterhin sehr soliden Wirtschaftsentwicklung, in welchem die Fed die Zinsen eher zwischen 25 bis 50 Basispunkte senken würde. Anderseits besteht das Szenario einer starken Verlangsamung der Wirtschaft, in welchem die Federal Reserve die Zinsen um 175 bis 200 Basispunkte senken könnte. In den kommenden Monaten wird sich deutlicher zeigen, welches Szenario realistischer ist. Aus diesem Grund steht der Markt für US-Staatsanleihen vor einer weiteren Phase der Volatilität, wobei die Erwartungen an Zinssenkungen zu niedrigeren Renditen und einer daraus resultierenden steileren Renditekurve führen. 

In den letzten Monaten konnte bereits ein deutlicher Bull-Steepening-Effekt beobachtet werden. Diese Entwicklung führte zu einer signifikanten Erhöhung der langfristigen Renditen, während die mittelfristigen Renditen moderat fielen. Der Renditeunterschied zwischen 5- und 30-jährigen Staatsanleihen ist nun deutlich positiv, und der Unterschied zwischen 2- und 10-jährigen Anleihen hat sich von negativen 100 Basispunkten auf negative 30 Basispunkte verschoben. Diese Trends sind entscheidende Indikatoren für Investoren und Analysten und bilden einen hoffnungsvolleren Blick des Marktes auf die zukünftige Wirtschaftsentwicklung und bevorstehende Zinssenkungen ab.

Auswirkungen auf den Anleihe- und Aktienmarkt

Dynamik des Anleihemarktes: Im sich wandelnden Umfeld des US-Staatsanleihemarktes spielen die Zinsentscheidungen der Federal Reserve aktuell die bedeutendste Rolle. Sollte die Fed sich entscheiden, die Zinsen entgegen den Markterwartungen für einen längeren Zeitraum hochzuhalten, könnten wir einen leichten Anstieg der mittelfristigen Renditen erleben. Eine ausgeprägtere wirtschaftliche Abschwächung als derzeit erwartet, könnte jedoch zu einem Rückgang sowohl der mittel- als auch langfristigen Renditen führen. In beiden Szenarien scheint das Risiko eines signifikanten Anstiegs der langfristigen Renditen von US-Staatsanleihen aus unserer Sicht begrenzt. 

Daher bietet sich die Investition in 10-jährige Staatsanleihen als strategische Maßnahme an. Wir sehen für 10-jährigen Anleihen das Potential, jetzt hohe Anleihe-Renditen auf langfristige Sicht zu sichern und von potenzielle Wertsteigerungen zu profitieren, wenn die Wirtschaft sich stärker verlangsamt als erwartet. Wir sehen ein deutlich geringeres Risiko von wieder steigendem Inflationsdruck und somit wieder steigenden Anleihe-Renditen. Aus dem Grund bietet diese Strategie aus unserer Sicht ein attraktives Chance-Risiko-Profil.

Der Markt für Unternehmensanleihen ist aktuell geprägt von sehr niedrigen Spreads zu Staatsanleiherenditen. Die Spreads befinden sich nahe dem 20-Jahrestief. Diese Situation birgt insbesondere im Fall einer stärkeren wirtschaftlichen Verlangsamung und einer Rezession ein Risiko. In dem Fall würde die Spreads sich wieder stark weiten und das Risikoprofil von Unternehmensanleihen erhöhen. In diesem Umfeld erweisen sich Staatsanleihen als attraktivere Investitionsmöglichkeit.

Ausblick auf den Aktienmarkt: Bei der Beurteilung des Aktienmarktes zeichnen sich drei potenzielle Szenarien ab: eine sanfte Landung begleitet von Zinssenkungen der Federal Reserve, ein wirtschaftlicher Abschwung oder eine Rezession, ebenfalls mit Fed-Zinssenkungen, sowie anhaltend hohe oder steigende Inflation. Das derzeitige wirtschaftliche Umfeld lässt vermuten, dass die ersten beiden Szenarien am wahrscheinlichsten sind. Trotz robuster jüngster BIP- und Arbeitsmarktdaten und des vorherrschenden Optimismus für ein 'Goldlöckchen'-Szenario, kann das Risiko einer Rezession nicht außer Acht gelassen werden.

In einem Umfeld, in dem die Inflation nachlässt und Zinssenkungen auslöst, würden die Aktienkurse trotz hoher Bewertungen weiter steigen können. Erfolgen jedoch Zinssenkungen im Kontext einer Rezession oder eines schwerwiegenderen wirtschaftlichen Abschwungs, besteht ein erhebliches Abwärtsrisiko für den US-Aktienmarkt. In dieser Risikolandschaft befinden wir das Chance-Risiko-Verhältnis von Staatsanleihen gegenüber Aktien als attraktiver.


Stichwörter:

US-Kreditmarkt, Zinssätze, US-Wirtschaft, Geldpolitik der Federal Reserve, Trends am Schatzanleihenmarkt, Inflationserwartungen, Aktienmarkt, Anlagestrategien

Autor

Julian Molitor

Jetzt kostenlos anmelden

Zugang zu allen Analysen und Artikeln erhlaten
Fundamental Alpha ReportsFundamental Alpha GuidesFundamental Alpha The Insight Memo

Jetzt kostenlosen
Account
erstellen

Erhalte Zugang zu:
Detaillierte Reports mit Fundamentalanalysen
Exklusive Artikel zu aktuellen Marktereignissen
Wöchentliche E-Mail-Memo mit unserem Finanzmarkt-Überblick

Passwort zurücksetzen

Wir werden dir eine Email senden, um das Password zurückzusetzen.
Thank you! Your submission has been received!
Oops! Something went wrong while submitting the form.

Neues Finanzwissen

Gesamtes Finanzwissen